Kenneth Arnold

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Allgemeine Sichtungsdaten

Fall Nummer: 19470624
Sichtungsdatum: 24.06.1947
Sichtungszeit: 14.59
Postleitzahl:
Sichtungsort Mount Rainier
Bundesland:
Sichtungsland: USA
Zeugen: Kenneth Arnold
Klassifikation: DD
Bewertung:
Identifikation:
Ermittlungen:
Untersucher:
Quelle: Geheimsache UFO, Seite 35ff

Sachverhalt

Kenneth Arnold war ein erfahrener Pilot und guter Geschäftsmann. Geboren wurde er am 29.03.1915 in Subeka im US-Staat Minnesota. Sein Vater war ein recht prominenter Politiker und enger Mitarbeiter des bekannten Senators Burton K. Wheeler. Und auch der Sohn hatte eine typisch amerikanische Karriere hinter sich. Er besuchte die High School, war in seiner Freizeit bei den Pfadfindern aktiv, kam in der Leichtathletik in die Entausscheidung des Staates Minnesota für die Teilnahme an den Olympischen Spielen, wurde später Rettungsschwimmer und war - ganz wichtig in den USA - auf dem College ein erfolgreicher Football-Spieler. Mit 23 Jahren wurde Kenneth Arnold Vertreter für Feuerlöscher der Firma Red Comet, machte sich zwei Jahre später selbständig und gründete seine eigene Feuerlöscherfirma. Schon früh hatte er Fliegen gelernt, und seit 1943 belieferte Arnold seine Kunden per Flugzeug, was im gebirgigen Nordwesten der Vereinigten Staaten das schnellste und bequemste Verkehrsmittel ist. So kam er bald auf 40-100 Flugstunden im Monat. Als Mitglied der Idaho Such- und Rettungsflieger schließlich verdiente sich der Geschäftsmann aus Boise/Idaho dann und wann ein paar hundert Dollar an Prämien, die auf vermißte Flugzeuge ausgesetzt waren.

Es war am Dienstag, dem 24.06.1947. Kenneth Arnold hatte an diesem Tag Feuerlöscher in den Flugzeugen des Central Air Services in Chehalis/Washington installiert und plauderte danach noch ein wenig mit Herb Critzer, dem Chefpiloten der Firma. Dabei kam die Rede auch auf eine kürzlich vermißte C-46, eine Transportmaschine der Luftwaffe, auf deren Auffindung 5000 Dollar Belohnung ausgesetzt waren. Das Geld reizte Arnold, und da er ohnehin auf seiner Rücktour in die Nähe des gewaltigen Mount Rainier kam, wo die Maschine verschollen war, beschloß er, sich mindestens eine Stunde Zeit für die Suche zu nehmen. Arnold hatte langjährige Erfahrung im Gebirge und flog eine neue Maschine, die besonders für diese Gegend geeignet war. So fühlte er sich sicher genug, auf seinem Weg nach Yakima/Washington diese mit Gefahren verbundene Suche zu unternehmen. Gegen 14.00 Uhr startete er in Chehalis und erreichte etwa eine Stunde später das Gebiet des Mount Rainier. Das Wetter war schön und sonnig, am strahlblauen Himmel war kein Wölkchen zu sehen. Ideales Flugwetter. Während Arnold die Hänge und das Hochplateau nach dem abgestürzten Flugzeug absuchte, bemerkte er auf einmal, wie ein Lichtstrahl an der Seite seines Flugzeuges reflektierte. Für einen Moment erschrak er. Dies könnte bedeuten, daß er sich auf Kollisionskurs mit einem anderen Flugzeug befand, das er nicht bemerkt hatte. Aber es war kein Flugzeug in seiner Nähe. Nur am Horizont zog eine einsame DC-4 auf seiner Fluglinie von San Francisco nach Seattle langsam ihre Bahn. Etwas verwirrt überlegte Arnold, was den Lichtblitz verursacht haben könnte, als ihn ein zweiter traf. Sofort schaute er in die Richtung, aus der der Blitz kam. Und dann erkannte er die Ursache. Von Norden her näherte sich aus Richtung des Mount Baker eine Formation heller Objekte mit einer unglaublichen Geschwindigkeit. Einige von ihnen schossen kurz aus der Linie heraus und blitzten dabei in der Sonne hell auf. Noch befanden sie sich in etwa 200 Kilometer Entfernung, zu weit, als daß Arnold ihre Form hätte ausmachen können, aber sie flogen genau auf den Mount Rainier zu. Nach seinem Bericht waren es neun Objekte, die in einer Kiellinie flogen, das größte in der Mitte. Arnold versuchte, Einzelheiten auszumachen; es verwunderte ihn, daß er keine Auswüchse, Flügel oder Schwänze erkennen konnte. Zuerst hatte er sie für ein Geschwader von Düsenflugzeugen gehalten, doch nun begann er zu zweifeln. Ein neuer Flugzeugtyp der Luftwaffe? Lange beobachtete er, wie sie dahinflitzten, und vor dem Schnee an den Hängen des Berges konnte er ihre Form gut erkennen. Nie zuvor hatte er Flugzeuge mit diesen Fähigkeiten gesehen, Flugzeuge, die so nah an Berggipfeln vorbeischießen konnten, Er schaute auf seine Uhr. Es war 14.59 Uhr. Um die Flugobjekte besser beobachten zu können, klappte der Pilot jetzt sein Fenster hoch und schaute hinaus. Bald passierten sie den schneebedeckten Rücken zwischen dem Mont Rainier und dem Mount Adams. Arnold bemerkte, daß das erste der Objekte gerade am südlichen Ende des Gebirgsrückens erschien, als das letzte das nördliche erreichte. Dies bedeutete, daß die Kette mindestens acht Kilometer lang sein mußte. Die Objekte strahlten ein helles blau-weißes Licht aus. Sie waren flach, nicht ganz rund und leuchteten an ihrer Oberseite. Noch einmal schaute Arnold auf seine Uhr. In einer Minute und 42 Sekunden hatte die Kette eine Strecke von 80 Kilometern zurückgelegt. Später errechnete er daraus eine Geschwindigkeit von 3300 Kilometer in der Stunde. Das war unglaublich. Arnold verfolgte noch immer fasziniert das seltsame Geschwader, als er bereits den Mount Adams passiert hatte. Bald verschwand es endgültig am Horizont. Das Schauspiel war beendet. Es hatte nur ganze drei Minuten gedauert. Doch Arnold hatte keine Ruhe mehr, um seine Suche nach der C-46 fortzusetzen, und auch die 5000 Dollar waren ihn auf einmal völlig gleichgültig. Er mußte nach Yakima und erzählen, was er gesehen hatte. Er überlegte, was es gewesen sein könnte. Ein neuer Flugzeugtyp der US-Luftwaffe? Eine Geheimwaffe? Oder etwa Raketen der Russen? Jedenfalls hielt er es für seine vaterländische Pflicht, den Vorfall auch den Behörden zu melden. Noch am selben Tag erfuhren die ersten Reporter von seinem Erlebnis. Was immer diese Objekte auch waren, mit dem Gespür eines guten Journalisten wußten sie, das war eine Schlagzeile wert. Und der Zeuge wirkte glaubwürdig. "Sie waren etwa 40 Kilometer von mir entfernt", erzählte Arnold auf einer Pressekonferenz, "sie waren flach wie eine Pfanne und so glatt, daß sie die Sonne wie ein Spiegel reflektierten. Sie können mich einen Einstein, einen Flash Gordon oder einfach einen Spinner nennen. Aber ich weiß, was ich gesehen habe. Die Dinger flogen wie Untertassen, wenn man sie über´s Wasser springen lässt." Und damit hatte die Presse ihren Aufhänger und das passende Stichwort - die "Fliegenden Untertassen" gingen in den nächsten Monaten um die Welt. Ein moderner Mythos war geboren, eine Legende für das gerade angebrochene Atomzeitalter. Sie waren überall, und fortan verging kaum ein Tag, an dem sie nicht irgendwo Schlagzeilen machten. Hunderttausende wollen sie gesehen haben, darunter Zivil- und Militärpiloten, hohe Offiziere und Polizeibeamte. Und das machte die Sache offiziell. Außerdem: Sooft auch versucht wurde, den Untertassenrummel als Sinnestäuschung und Humbug abzutun, Arnolds Sichtung konnte nie zufriedenstellend geklärt werden.


Quelle

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