Ghost Rockets über Skandinavien 1946
Aus UFO-, Mystery- und Grenzwissenwiki
Bereits ein Jahr vor der historischen Sichtung des US-Piloten Kenneth Arnold am 24.6.1947 tauchten ueber Norwegen, Schweden und Finnland unbekannte Flugobjekte auf. Ihr Aussehen erinnerte teilweise an dasjenige der deutschen V1- und V2-Raketen, die gegen Ende des Krieges als letzte "Wunderwaffen. eingesetzt worden waren. 1946 liefen Hunderte von Pressenotizen zum Thema "Geisterraketen" ueber die Fernschreiber der Associated Press, der United Press, der Agentur Reuter und der New York Times. Erst in den vergangenen Jahren kamen Dokumente ans Tageslicht, die frueher von schwedischen und britischen Militaerdienststellen geheimgehalten wurden. Gemessen an der Zahl der Beobachtungen muss die skandinavische "UFO-Welle" durchaus als beachtenswert erscheinen und rangiert an zweiter Stelle hinter der grossen UFO-Welle des Jahres 1952 in den Vereinigten Staaten. Im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Dezember 1946 sind allein der schwedischen Regierung 987 Berichte ueber UFOs zugeleitet worden. Die US-Luftwaffe dagegen erhielt im folgenden Jahr 1947 lediglich 122 UFO-Meldungen. Erst eine grUndliche Studie von Zeitungsberichten aus 93 Staedten, wie sie der amerikanische UFO-Forscher Ted Bloecher durchgefuehrt hat, lieferte fuer das Jahr 1947 immerhin 850 Berichte.
Schwedische Verteidigungs-Dienststellen nahmen die Beobachtungen aus dem skandinavischen Raum durchaus ernst und hielten die allerorts gesichteten zylinderfoermigen Objekte zunaechst fuer russische Testraketen.
In einem Brief an das schwedische Oberkommando, der vom Leiter einer Spezialorganisation zur Untersuchung der "Ghost Rocket"- Berichte verfasst worden war, heisst es u.a.:
"Aufgrund der zahlreichen Meldungen, die uns direkt von Zivilbeobachtern oder ueber die Massenmedien erreichten, sandte unser Buero am 12. Juni 1946 einen Aufruf an alle Militareinheiten sowie an die Militaerattaches in Norwegen und Daenemark. In dem schreiben wurden die Kommandeure aufgefordert, alle Sichtungen und Daten festzuhalten und an uns weiterzuleiten. Bis zum 8. Juli 1946 gab es etwa 30 Meldungen, waehrend tags darauf fast 250 Berichte hereinstroemten. In der Juli-September-Periode dauerten die Sichtungen an und hatten am 11. August ein vorlaeufiges Maximum an Meldungen erreicht. Im Zeitraum von Oktober bis November flaute die Welle der Berichte ueber 'Geisterraketen' merklich ab. Die Gesamtzahl der uns bis 6.12.1946 zugegangenen Berichte belaeuft sich genau auf 987."
Das auf Initiative der schwedischen Luftfahrtbehoerde und des Verteidigungsministeriums gebildete Forschungs-Komitee setzte sich aus Fachleuten der Luftwaffe, der Zivilluftfahrt, des Marine-Forschungsamtes und der Radarabwehr zusammen. Oberst Bengt Jacobsson und sein Sekretaer, Ingenieur Kalmborg, leiteten das Experten-Team, das am 1. Juli 1946 seine Arbeit aufnahm. Major Carwall uebernahm zeitweise die Funktion dea Chairman, als Jacobsson nach Amerika verreist war. Bis zum 1. Dezember hatte das Komitee insgesamt 15 Sitzungen abgehalten. Damals wurden auch ausfuehrliche Dokumente erstellt, so zum Beisplel ueber die geographische Verteilung der Beobachtungen, die Zuverlaessigkeit der einzelnen Zeugen und die Radarmessungen. Anfragen des US-Journalisten Don Berliner bei der schwedischen Luftwaffe ergaben, dass diese Dokumente heute noch als "Geheim" betrachtet und daher nicht freigegeben werden.
Die ersten bedeutsamen Himmelsphaenomene aus dem skandinavischen Raum meldete Radio Helsinki. Am 26. Februar 1946 sollen ueber den noerdlichen Distrikten des Landes ungewoehnlich viele Meteore gesehen worden sein. Einige Zeit spaeter, am 24. Mai, kamen auch aus den noerdlichen Gebieten Schwedens Meldungen ueber eine erhoehte Meteor-Aktivitaet.
Am Sonntag, den 9. Juni, verfolgten viele Leute ein raketenartiges Geschoss ueber Helsinki, das ein helles Licht ausstrahlte und eine Rauchfahne hinter sich herzog. In der Ferne war ein tiefes Grollen zu hoeren, als das Objekt in einer Hoehe von etwa 300 Metern in Richtung Suedwesten verschwand. Zehn Minuten lang war noch das Nachgluehen der Flugspur am naechtlichen Himmel zu sehen.
Weiterer Bericht: http://www.ta7.de/txt/mystik/myst0004.htm
