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Zum Ende der Seite springen intellektuelle Esoteriker
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Bab
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intellektuelle Esoteriker Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Teil I: Timothy Leary


In der kommenden Zeit möchte ich in lockerer Folge mal einige intellektuelle Esoteriker vorstellen. Heutzutage ist der Ausdruck «Esoteriker» extrem negativ konnotiert und praktisch ein Synonym für Spinner, Schwurbler, im besten Fall Träumer, im ärgeren Fall Fanatiker.

Man mag trefflich darüber streiten, wie es dazu kam, dass der Esoteriker dermaßen in Verruf gekommen ist. Heute ist der typische Esoteriker ein Mensch mit einem zumeist zweistelligen IQ, schlechter Schulausbildung, mangelndem Verständnis für Physik und andere Naturwissenschaften und völlig unbedarft, was Geschichtskenntnisse angeht, besonders zur Prähistorie (Stichwort: eisfreie Antarktis vor 12'000 Jahren). Aber glaubt mitreden zu können, häufig unter dem Zwang mitreden zu müssen, um die Welt mit seinen bahnbrechenden Erkenntnissen zu beglücken und wortreich «die Wissenschaft» in Bausch und Bogen zu verdammen.

Vielmehr soll es in diesem Thread darum gehen, mal einige bekanntere, aber auch unbekannte Esoteriker vorzustellen, die für ihre Zeit progressiv dachten und teilweise auch heute noch aktuell sind, auch wenn sie hier wohl kaum einer kennt.

Als ersten Esoteriker möchte ich den «LSD-Guru» Timothy Leary vorstellen, dessen Buch Politik der Ekstase, das angeblich heute noch auf den Index stehen soll, obwohl ich es vor einem Dritteljahrhundert ganz normal im Buchladen erworben hatte, die Bibel einer ganzen Generation war – naja, zumindest der Hippies.

Aber das war nur eine Phase in seinem Leben; später arbeitete er in die Richtung, dieses «erweiterte» Bewusstsein durch intensive Meditations- und Yoga-Techniken auch ohne Drogen zu erlangen, das er für nötig hielt, um hinter den Schleier der Maya zu blicken und die Welt zu erkennen, so wie sie wirklich ist.

Zudem arbeitete er – und das ist das Interessante an Leary – noch auf einer zweiten Schiene, und das war: den Kosmos zu verstehen und die Menschheit auf zukünftige Zeiten vorzubereiten, wo sie lernt die Erde zu verlassen und sich im Weltall auszubreiten. Sein ganzes Gedankengebäude beruhte auf – man möchte fast sagen «visionären» Ideen von einer Zukunftswelt und einem zukünftigen, weniger eingeschränkten Menschen. Und genau hiermit beeinflusste er wiederum eine neue Generation von Denkern – nicht unbedingt Esoterikern – sondern ernsthaften Zukunftsforschern wie den besonders in Amerika sehr populären Zukunftsforscher Ray Kurzweil.

Wäre schön, wenn wir ein wenig über Leary diskutieren könnten, und darüber, welche Bedeutung seine Ideen heute noch haben, ob er überhaupt noch eine Bedeutung hat.


Der nächste Esoteriker wird dann ebenfalls einer sein, der mich in meiner Jugend stark beeinflusst hat, nämlich der indische Mystiker Sri Aurobindo.
02.09.2010 19:02
djadmoros djadmoros ist männlich
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Zitat:
Original von Bab
Als ersten Esoteriker möchte ich den «LSD-Guru» Timothy Leary vorstellen, dessen Buch Politik der Ekstase, das angeblich heute noch auf den Index stehen soll, obwohl ich es vor einem Dritteljahrhundert ganz normal im Buchladen erworben hatte, die Bibel einer ganzen Generation war – naja, zumindest der Hippies.


Der Begriff »Esoterik« hat ja keinen klar abgegrenzten Gegenstand mehr! Früher war das mal auf den Unterschied zwischen Geheimwissen (Einweihungswissen) und öffentlichem Wissen bezogen. Aber in der modernen Öffentlichkeit gibt es kein »Geheimwissen« mehr - auch über die Rituale der Freimaurer kann man sich als Außenstehender heute detailliert informieren. Heute bezieht sich der Begriff auf mystische Erfahrungen, die aber von denen, die sie machen, sogleich in den öffentlichen Diskurs geworfen werden.

Die Moderne reduziert Esoterik auf Psychotechniken - auf Introspektions- und Ekstasetechniken und die öffentliche Deutung der mit ihnen gemachten Erfahrungen. Man kann sie eigentlich nur noch anhand ihrer Nähe oder Distanz zum »Mainstream« unterscheiden: die Psychoanalyse (die von vielen Leuten auch als »Pseudowissenschaft« gesehen wird) ist eine in den Mainstream weitgehend integrierte Introspektionstechnik, in ähnlicher Weise genießen auch traditionelle Meditationstechniken im Kontext der jeweiligen Religion (Hinduismus, Buddhismus) mittlerweile recht hohe Akzeptanz.

Eher stigmatisiert sind die neureligiösen Lehren in dem gern als »New Age« etikettierten Feld - ihnen fehlt nicht nur die akademische Legitmitation (die die klassische Psychoanalyse und ihre »Derivate« immerhin haben), sondern auch die Legitimation einer traditionellen Religion. Das wird dann - auch der unüberschaubaren Vielfalt wegen - gern in den großen und unscharfen Begriff »Esoterik« einsortiert.

Über Leary selbst kann ich leider nicht tiefer gehend diskutieren, weil ich ihn nie gelesen habe - ich bin ein paar Jährchen zu jung, um noch von der klassischen 68er- und Hippie-Zeit geprägt zu sein. Jedenfalls, was die relative Alterskohorte betrifft: wenn man die eigenen Eltern als Vertreter jener Generation wahrnimmt, dann sucht man sich seine eigenen Vorbilder jenseits davon.

Ich finde an dem ganzen Thema interessant, dass auch das moderne, als »aufgeklärt«, »materialistisch« und »rationalistisch« charakterisierte Zeitalter offenbar nicht umhin kann, sich intensiv mit dem Schicksal der menschlichen Seele auseinanderzusetzen - und das geschieht durch den verallgemeinerten Gebrauch von Psychotechniken und darauf bezogene Weltanschauungen. Das als »modernen Aberglauben« zu stigmatisieren, wie manche das tun, erschien mir dabei aber immer zu kurz gegriffen bzw. durch ein verkürztes Verständnis von Rationalität gekennzeichnet.

Inzwischen ist es eher wieder so, dass die modernen Neurowissenschaften (insbesondere Eric Kandel) dort anschließen, wo Sigmund Freud, der ja ursprünglich Neurologe war, nicht weitermachen konnte, weil es für seine Ideen keine wissenschaftlichen Techniken gab, und die Psychoanalyse aus dieser unerwarteten Ecke eher wieder eine Rehabiltierung erfährt.

Deshalb glaube ich, dass der wissenschaftlichen Bewusstseinsforschung ihre große Zeit erst noch bevorsteht, und dass viele heute noch als unauflösbar gesehene Gegensätze von materialistischer Gehirnforschung und »spirituellen Zuständen« in Zukunft eher verschwinden werden.

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Seit ein ungeheurer Sturm unser Staatsschiff mit solcher Gewalt heftig hin und her schleudert, daß sich die Schiffsführung von der ständigen Anstrengung ermattet zeigt, ist es erforderlich, daß die Passagiere Hilfe leisten. (Jean Bodin, »Über den Staat«, 1583)

03.09.2010 09:49 djadmoros ist offline E-Mail an djadmoros senden Beiträge von djadmoros suchen Nehmen Sie djadmoros in Ihre Freundesliste auf
Nik Nik ist männlich
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Das Problem ist ganz einfach, jedes Wesen trägt einen unermesslichen individuellen und nur für ihn bestimmten "Schatz" in sich, es ist die Erkenntnis über das Leben und das Sein und die folgende Transzendenz darüber.
Fast alle ahnen es und suchen danach, bzw, haben das Gefühl das ihnen etwas fehlt, einige fühlen das er da ist und nur wenige haben ihn schon gefunden, nur um festzustellen, das es das erste Stück eines unendlichen Puzzles ist.
Wunder Grins

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03.09.2010 10:33 Nik ist offline E-Mail an Nik senden Beiträge von Nik suchen Nehmen Sie Nik in Ihre Freundesliste auf
Hyperion Hyperion ist männlich
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RE: intellektuelle Esoteriker Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Das eigentliche Problem ist doch wieder einmal die mangelnde Kenntnis über die Bedeutung von "Esoterik" und vergleichsweise "Spiritualität".

Während sich der Esoteriker mit der phänomenalen Welt auseinandersetzt, um hieraus Rückschlüsse auf "das Geheimnis des Lebens" ziehen zu können und daraus persönliche Vorteile oder eine individuelle Verbesserung zu erreichen, richtet sich der Blick des spirituellen Menschen auf das völlig unpersönliche, unspektakuläre Sein - die Erkenntnis der letztendlichen, allgegenwärtigen Wahrheit.

Und das ist genau das, was - im Gegensatz zu Nik´s Beitrag - eben das Ziel des spirituellen Wesens ist - die völlige Auflösung des Ich´s, keinerlei persönliche, individuelle Schatzsuche, die niemals erfolgreich sein kann! Sondern die Erkenntnis vom Eins-Sein mit Allem - kein Suchen, kein Finden, sondern völlig zweckloses Da-Sein.

Was ich mit der leidigen Mangelhaftigkeit von Begriffs-Verständnis meine ist z.B. folgendes, meine Lieben:

Sri Aurobindo ist nun wirklich kein Esoteriker, sondern ein spiritueller Meister, der in der Tradition des Hinduismus wirkt.

Der Buddhismus ist übrigens auch alles andere als Esoterik - so spaltet sich der Tibetische Buddhismus z.B. in die Buddhistische spirituelle Philosophie und den Buddhistisch spirituellen Lamaismus auf.

Jede Geisteswissenschaft, die zur Bindung an einen Glauben, einen Meister, eine Idee oder eine Organisation führt und nicht die Befreiung von derartigen repressiven Strukturen zum Ziel hat, hat nichts mit Spiritualität zu tun. Die Wahrheit ist an nichts gebunden und jeder Moment hat das volle, uneingeschränkte Erleuchtungspotenzial.

Religion z.B. benutzt spirituelle Wahrheiten, um diese mit organisatorischen Strukturen zu verbinden und ist daher ebenfalls alles andere als eine spirituelle Gemeinschaft.

Greenpeace hat im Übrigen mit seinem Leitsatz eine echte spirituelle Aussage getroffen:

"Wir arbeiten für den Tag, an dem wir nicht mehr gebraucht werden!"
14.10.2010 18:37 Hyperion ist offline Beiträge von Hyperion suchen Nehmen Sie Hyperion in Ihre Freundesliste auf
Emilyjasmin Emilyjasmin ist weiblich
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RE: intellektuelle Esoteriker Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Das Thema finde ich sehr spannend, da ja mittlerweile Unternehmen anfangen Wert auf spirituelle Kompetenz zu legen. Siehe zum Beispiel Senge und Covey. Auf die Schnelle habe ich leider keinen Link parat.
15.10.2010 00:12 Emilyjasmin ist offline E-Mail an Emilyjasmin senden Beiträge von Emilyjasmin suchen Nehmen Sie Emilyjasmin in Ihre Freundesliste auf
Nik Nik ist männlich
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RE: intellektuelle Esoteriker Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Hyperion
richtet sich der Blick des spirituellen Menschen auf das völlig unpersönliche, unspektakuläre Sein - die Erkenntnis der letztendlichen, allgegenwärtigen Wahrheit.

Und das ist genau das, was - im Gegensatz zu Nik´s Beitrag - eben das Ziel des spirituellen Wesens ist - die völlige Auflösung des Ich´s, keinerlei persönliche, individuelle Schatzsuche, die niemals erfolgreich sein kann! Sondern die Erkenntnis vom Eins-Sein mit Allem - kein Suchen, kein Finden, sondern völlig zweckloses Da-Sein.


Wie so sollte das Eine das Andere ausschließen?
De "Tatsache" das Alles Eins ist schließt ja nicht aus, daß man trotzdem noch ein individuelles Wesen mit einem selbst bestimmten Willen sein kann.

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15.10.2010 10:22 Nik ist offline E-Mail an Nik senden Beiträge von Nik suchen Nehmen Sie Nik in Ihre Freundesliste auf
Hyperion Hyperion ist männlich
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RE: intellektuelle Esoteriker Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

@Nik

Ja - jeder von uns wird materiell immer ein Individuum bleiben und gewisse egozentrische Strukturen behalten, weil es für die biologische Entität lebenswichtig ist.

Das ist jedoch nur die Oberfläche - interessant wird es darunter.

Wer sich jedoch immer nur an seinem persönlichen Abbbild auf der Kräuselung der Oberfläche seiner subjektiven Realität ergötzt und sich dann darum bemüht, den Wind abzustellen, um sich noch besser erkennen zu können, der hat wenig Interesse daran, in die substanzielle Wahrheit einzutauchen.

Das ist wie die Kerze, die glaubt die Sonne zu sein! Das subjektive, egomane Ich hat keine Ahnung von der Umfänglichkeit des Daseins, weil es sich immer - und zwar ausschließlich - durch Abgrenzung definiert und daher nur durch die Existenz von Trennung bestehen kann.

Wir haben im Übrigen im Allgemeinen das Problem mit der sinnhaften Erkenntnis der Sprache. Wir verwechseln ständig Worte/Begrifflichkeiten - manchmal unbewußt, manchmal aber auch aus reiner Unwissenheit. Ein deutliches Beispiel hierfür sind die Begriffe "Wahrheit" und "Wirklichkeit", die ständig vertauscht oder unreflektiert eingesetzt werden.

Und ich bin jetzt mal so frei und ordne diese beiden Begriffe mal den Worten "Spiritualität" und "Esoterik" zu - vielleicht macht es das dann ja etwas deutlicher:

Wahrheit = Spirtualität
Wirklichkeit = Esoterik
15.10.2010 11:12 Hyperion ist offline Beiträge von Hyperion suchen Nehmen Sie Hyperion in Ihre Freundesliste auf
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