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Seelen, gefangen in Flaschen |
sohar
Übersetzer
  

Dabei seit: 31.08.2007
Beiträge: 1.727
Herkunft: Weltraum Erstmalige Anmeldung: 31.08.2007
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| Seelen, gefangen in Flaschen |
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Ich bin ein großer H. P. Lovecraft-Verehrer. Mir ist aufgefallen, dass es zwei Geschichten von ihm gibt ( Two Black Bottles , verfasst in Zusammenarbeit mit Wilfred Blanch Talman) sowie "The Terrible Old Man" (von 1920), die die Vorstellung thematisieren, dass sich menschliche Seelen in Flaschen quasi einschließen lassen. Bei The Terrible Old Man wird dies eigentlich nur angedeutet, die Andeutung ist für mich aber ziemlich unmissverständlich.
Frage: Weiß jemand von Euch, o verehrte Freunde, von einem Aberglauben, laut welchem man Seelen in Flaschen fangen kann? Kann es sein, dass Lovecraft sich da vom irgendeinem Volksglauben hat inspirieren lassen?
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02.08.2010 18:18 |
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ja die voodo-prister machen es auch,die schliessen die seelen in eine flasche
ist nur ein aberglaube
hans
__________________ Auch als 60jähriger kann man sich wie 40 fühlen. Allerdings nur noch eine halbe Stunde am Tag.
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02.08.2010 18:47 |
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Alex Mais
UFO - Jäger

Dabei seit: 31.07.2010
Beiträge: 172
Herkunft: Deutschland Erstmalige Anmeldung: 31.07.2010
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Es ist vielleicht nicht ganz das Richtige, aber zumindest etwas Ähnliches:
Geist/Seele einfangen (Thailand):
Tote, die nicht verbrannt werden, nennt man auch Phii dip. Ein Phii ist ein Geist. Ursprünglich wurden alle Geister als Phii bezeichnet: die Guten und die Bösen und auch solche, die irgendwo zwischen diesen beiden Kategorien stehen. Doch wenn man heute von einem Phii spricht, so ist es in der Regel ein böser Geist, der nichts Gutes verheißt.
Trotz dieser Glaubensvorstellung gibt es in Thailand mehrere Situationen, in denen der Körper eines Verstorbenen nach alter Sitte nicht verbrannt, sondern erdbestattet wird. Es handelt sich dabei unter anderem um die Leichen von Menschen, die eines gewaltsamen Todes gestorben sind oder um solche von Frauen, die während der Geburt mit ihrem Kind starben. In diesen beiden Fällen verbleiben die Seelen der Toten als böser Geist auf der Erde. Und diese können dann nach altem Volksglauben Menschen befallen. Also fürchtet sich der Thai vor diesen Geistern. Der Geist eines gewaltsam ums Leben gekommenen heißt Phii Tai Hong und der einer Frau, die während der Geburt mit ihrem Kind verstarb heißt Phii Tai Thang Glom.
Ein solcher Phii Tai Thang Glom, so wird erzählt, habe einst in den Nebenstraßen der Bangkoker Sukhumvit Road, einem Stadtviertel, in dem viele Ausländer wohnen, gehaust und die Gegend unsicher gemacht. Der Geist wurde als Nang Nak Phrakanong bekannt und bereitete viel Ärger, ehe er in einen Tempel gelockt und dort in seiner Macht gelähmt werden konnte.
Wenn nun eine solche Frau, die im Kindbett verstorben ist, begraben wurde und dabei keine entsprechende Vorsichtsmaßnahmen gegen die bösen Geister getroffen wurden, so schleichen sich in der Nacht solche Leute zu ihrem Grab, die sich mit Magie befassen. Dabei wird vorzugsweise die dritte Nacht nach dem Tode der Frau ausgewählt. Die Magier umspannen das Grab mit einer geweihten Schnur und murmeln ständig einige Beschwörungsformeln. Dann graben sie den Leichnam aus. Plötzlich, so heißt es, taucht ein unheimliches Licht von der Leiche auf, das auf und nieder hüpft. Das soll der Geist der Verstorbenen sein, der zu entkommen versucht. Doch dies gelingt ihm nicht, da die Beschwörungen und die geweihte Schnur ihn daran hindern. Ein Mo Phii, besser bekannt als Phii-Doktor, fängt dieses Licht ein und steckt es in einen Tontopf, der mit einem Tuch, versehen mit mystischen Zeichen, versiegelt wird. Dieser Geist ist nun Gefangener des Phii-Doktors, der ihn auch dafür benutzen kann, andere Personen zu ärgern oder diesen gar Schaden zuzufügen. Wenn dies geschehen ist, wird der Leichnam aufgesetzt und ihm eine brennende Kerze unter das Kinn gehalten. Darunter hält man noch ein kleines Gefäß, mit dem man das Fett auffängt, das durch die Hitze der Kerze vom Kinn des Leichnams herunter tropft. Es wird erzählt, und die abergläubischen Thais glauben dies natürlich, dass sich die Armmuskeln der Toten durch die Kerzenhitze zusammenziehen und versuchen die Grabschänder zu umarmen. Diese makabre Situation soll dann als sicheres Zeichen gelten, dass der Phii-Doktor und seine Helfer Erfolg hatten.
Die Verwendung des so gewonnenen Leichenfetts oder Öls hat zwar nichts mehr mit dem Tod oder Verstorbenen zu tun, soll aber hier der Vollständigkeit wegen und seiner makabren Bedeutung nicht unerwähnt bleiben. Das Öl wird nach der Gewinnung in denselben Topf geschüttet, in dem zuvor der Geist eingesperrt wurde. Darin wird es auch bis zu seiner Benutzung aufbewahrt. Phya Anuman Rajadhon berichtet dazu: "Wird ein wenig von diesem Öl heimlich auf ein Mädchen geschmiert, zeigt das machtvolle Öl eine wunderbare Wirkung: Sie wird verrückt vor Liebe zu dem Mann, der sie damit beschmiert hat. Tatsächlich stellt dieses dämonische Öl ein wohlbekanntes Liebesmittel dar, und seine Wirkung wird vom leichtgläubigen Volk niemals angezweifelt."
Quelle: Axel Ertelt, "Die thailändische Bestattungskultur im Wandel der Zeit", noch unveröffentlichtes, in Arbeit befindliches Buchmanuskript.
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02.08.2010 19:16 |
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sohar
Übersetzer
  

Dabei seit: 31.08.2007
Beiträge: 1.727
Herkunft: Weltraum Erstmalige Anmeldung: 31.08.2007
Themenstarter
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| Zitat: |
| ja die voodo-prister machen es auch,die schliessen die seelen in eine flasche |
Danke für die Auskunft, Hans!
Dann kann es sein, dass Lovecraft die Sache aus dem Voodoo hat. Zum einen erwähnt er Voodoo min. einmal in seinem Gesamtwerk, zum anderen erregte Anfang des vergangenen Jahrhunderts Voodoo in den USA durch die Persönlichkeit der Marine Laveau Aufsehen.
Aber Hans - weißt Du da näheres? Wie stellen sich das die Voodoosi vor? Fangen die Seelen Lebender und / oder Toter? Und was fangen dann diese Priester mit den Seelen an? Hat das etwas mit der Zombiegeschichte zu tun?
Außerordentloich interessant finde ich auch den Beitrag über die thailändischen Vorstellungen:
| Zitat: |
| Es handelt sich dabei unter anderem um die Leichen von Menschen, die eines gewaltsamen Todes gestorben sind oder um solche von Frauen, die während der Geburt mit ihrem Kind starben. In diesen beiden Fällen verbleiben die Seelen der Toten als böser Geist auf der Erde. Und diese können dann nach altem Volksglauben Menschen befallen. |
Da sieht man einmal den archetypischen Glauben, dass Totengeister durch besondere Umstände nicht dorthin entweichen, wo sie hin sollen. Ähnlich ist das bei den hebräischen Dibbuk.
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03.08.2010 11:00 |
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